Abwasserentsorgung

Abwasserentsorgung

Die Zeit der Hausklärgruben – verbunden mit dem von Zeit zu Zeit üblichen Ausbringen des „Puddel“ auf dem Gartenland – sie ist vorbei! Zwischenzeitlich leiten wir alle unser Abwasser in die Kanalisation. Doch was versteht man unter Abwasser genau?

Abwasserlogo
Abwasser wird unterschieden in zwei Bereiche:

Niederschlagswasser
Regen, Schnee und Hagel erscheinen uns als relativ sauberes Wasser. So verschmutzt, dass es unbedingt  über die Abwasserkanalisation der Kläranlage zugeführt und gesäubert werden muss, ist es auch nicht.

Daher bietet es sich an, z. B. Dachablaufwässer zur Gartenbewässerung zu nutzen oder breitflächig versickern zu lassen, so dass es dem Grundwasser wieder zukommt.

Dränagewasser (Grundwasser) darf nicht an die Kanalisation angeschlossen werden. Dieses Wasser (Fremdwasser) verursacht erhebliche unnötige Kosten. Weitere Infos

Schmutzwasser
Je stärker das Abwasser mit Chemikalien, Fetten und Fremdstoffen wie beispielsweise Hygieneartikel belastet wird, um so schwieriger und teurer ist die Reinigung in der Kläranlage.

Wollen Sie das Argument bringen: „Immer die Kleinen!?
Die Firma xyz mit ihrer Produktion verschmutzt das Abwasser doch wesentlich mehr als unser kleiner Haushalt!“

Mengenmäßig mögen Sie richtig liegen, doch ist das produzierende Gewerbe heute solch starken Richtlinien und ständigen Kontrollen unterworfen, dass ein verantwortungsloser Haushalt eine stärkere Belastung darstellen kann, als ein großes produzierendes Gewerbe.

Daher: Helfen Sie mit solche Belastungen zu vermeiden.
Denn: Reparaturen durch Verstopfungen und Schäden in Ihrer Abflussleitung belasten Ihren Geldbeutel direkt.
Die Schadenbehebung am Kanalsystem und der Kläranlage zahlt „die Allgemeinheit“ - also auch Sie über die Abwassergebühren und -beiträge.

Sind Sie nicht sicher, auf welchem Wege Abfälle korrekt entsorgt werden sollen, finden Sie Informationen dazu auf den Seiten des Abfallwirtschaftsbetriebes Altenkirchen www.awb-ak.de oder im Müllkalender. Nachfolgend haben wir den richtigen Entsorgungsweg angegeben für Abfälle, die immer wieder dem Abfluss/dem Kanal zugeführt werden:

Speisereste und Küchenabfälle in den Abfluss?  NEIN DANKE.
Diese lassen sich durchaus auf dem Kompost oder über die braune Abfalltonne entsorgen.
Speisereste im Kanal ziehen nicht nur Ungeziefer an (Ratten und anderes niedliches Getier) sondern verstopfen auch die Abflussrohre.
Wer diese Probleme bereits hatte, kennt die unangenehmen und teuren Folgen.

Bestücken Sie die Abläufe von Dusche, Badewanne, Handwaschbecken und vor allem in der Spüle mit kleinen Sieben, die alle groben Abfälle auffangen. Sie werden staunen, was und welche Menge zusammenkommt.

Frittierfett? NEIN DANKE!
Es verstopft den Abfluss. Im erkalteten - also festen Zustand - lässt es sich einfach über die graue Mülltonne entsorgen.

Kehricht, Katzenstreu, Vogelsand, Zigarettenstummel?  NEIN DANKE!
Sie verstopfen den Abfluss, also bitte in den Restabfallbehälter (graue Tonne) geben.

Hygieneartikel ins WC?  NEIN DANKE.
Wattestäbchen, Rasierklingen, Binden, Tampons, Feuchttücher, Slipeinlagen, Windeln, und Kondome gehören in den Restabfall. Auch sie verstopfen die Abflüsse und Kanäle und ziehen Ungeziefer an.
Immer wieder kommen diese Artikel an der Kläranlage an und sorgen für erheblichen Arbeits- und Finanzaufwand. Sie „erfreuen“ die Mitarbeiter, die für deren Trennung vom Abwasser sorgen müssen.

Motoren- und Speiseöle in den Abfluss?  NEIN DANKE.
Sie sollten sich schämen. Ein einziger Liter Öl kann eine Million Liter Grundwasser verunreinigen. Es mag zwar bequem sein, kann Sie aber über den Umweg des Wassergeldes und der Abwassergebühr teuer zu stehen kommen.
Wohin damit? Bitte beim Umweltmobil abgeben. Die Termine sind im Abfallkalender aufgeführt.

Farben, Lacke, Tapetenkleister, Laugen, Lösemittel, Verdünner, Pinselreiniger, Säuren, Schädlingsbekämpfungsmittel usw.?   NEIN DANKE
Diese Stoffe vergiften das Abwasser und führen allesamt zu Verstopfungen bzw. Schäden im Abfluss.
Wohin damit? Auch zum Umweltmobil!

Gips- und Zementwasser?   NEIN DANKE
Auch das führt zu Verstopfungen im Kanal.
Wohin damit? Das Wasser verdunsten lassen, die Reste in die graue Tonne geben, größere Restmengen zum Umweltmobil bringen.

Arzneimittelreste?  NEIN DANKE
Das Umweltmobil nimmt sie an.

Körperpflegemittel, Reinigungs- und Waschmittel
Weniger ist manchmal mehr. Auch diese Artikel belasten das Abwasser. Hierzu finden Sie mehr unter dem Thema: „Wasserhärte

Putzwasser in den Straßeneinlauf (Gully) gießen? Nicht überall!
Man unterscheidet in der Kanalisation zwischen Mischsystem und Trennsystem. Das Mischsystem (1 Kanal) nimmt sowohl Schmutzwässer wie auch Oberflächen- bzw. Niederschlagswässer auf. Das Trennsystem verfügt über 2 getrennte Leitungen. Eine für Schmutzwasser und eine für Oberflächen- bzw. Niederschlagswasser.
Putzwasser wird durch das zugegebene Reinigungsmittel zum Schmutzwasser. Chlorhaltige Wasch-, Flecken- und Putzmittel vergiften das Abwasser. Straßeneinläufe - hierzulande Gully genannt - sind im Trennsystem aber nur für die Aufnahme von Niederschlagswasser vorgesehen. Daher sollten Sie wissen, ob Ihr Haus im Trenn- oder Mischsystem angeschlossen ist. Hier erfahren Sie, ob in Ihrer Straße die Kanalleitung im Trennsystem verlegt ist: Trennsystem

Unwetter - starke Regenfälle - Hochwasser
- Keller und Wohnungen unter Wasser

Bisher sind wir weitestgehend davon verschont geblieben. Doch das muss nicht so bleiben.

Das Kanalnetz ist für „gewöhnlich starke Niederschläge“ ausgelegt. Bereits in der Vergangenheit gab es hin und wieder so starke Regenfälle, dass die Kanalisation nicht mehr in der Lage war, die plötzlich auftretenden großen Wassermassen aufzunehmen und abzuleiten.

Folge: Kanaldeckel in der Straße werden nach oben gedrückt. Dies stellt natürlich eine Gefahr für den Verkehr dar.

Aber es gibt auch eine Gefahr für Wohnhäuser, der sich nur Wenige bewusst sind. Die Rede ist vom Rückstau aus der Kanalisation in der Straße in den eigenen Hausanschluss.
Dafür gibt es Rückschlagklappen, die im Kanalhausanschluss eingebaut sein sollen.

Benötigen Sie eine Rückstauklappe?
Haben Sie keine oder wissen es nicht so genau?
Mehr dazu:  Info Rückstau

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