Barbaratag in Steinebach

Barbaratag in Steinebach

Barbaratag in Steinebach

Steinebach. Mit festlichem Gottesdienst, einem zünftigen Bergmannsessen sowie einer Saisonbetrachtung per Diavortrag wurde jetzt in Steinebach der Barbaratag gefeiert. Gemäß langjähriger Tradition lebte am Dienstag, am liturgischen Patronatstag der Heiligen Barbara, vielerorts ein gutes Stück Brauchtum wieder auf. Auch im alten Bergmannsdorf Steinebach kommt dem Barbaratag am 4. Dezember eine besondere Bedeutung zu. In der Dorfkirche „Sankt Barbara“ fand wieder ein feierlicher Gedenk- und Dankgottesdienst zu Ehren der legendären Schutzheiligen statt. „Wenn wir zur Grube steigen, wenn sich Gefahren zeigen, beschütze uns, oh Barbara“, sang der Steinebacher Männerchor „Eintracht 1893“. Als Zeichen der Verbundenheit nahm eine Gruppe des Besucherbergwerks „Grube Bindweide“ in schwarzen Bergkitteln sowie mit Fahne und flackerndem Geleucht teil. In Liedern und Gebeten kam das „Danke“ an den wahren Bergherrn zum Ausdruck. Alle Beteiligten blicken nämlich auf eine gut und gesund verlaufende Grubensaison mit weit über 5000 Besuchern zurück. „Wir sind heute froh, auf der Basis solch einer Tradition den Barbaratag feiern zu dürfen“, sagte Pfarrer Rudolf Reuschenbach. Zum Tagesausklang traf sich die ehrenamtliche Belegschaft von Schmiede und Grube im Gasthof „Zum Stollen“. Bürgermeister Bernd Brato rief dem aktiven Helferteam ein frohes „Glückauf“ zu und lobte den beachtlichen Eifer der „Bindweider“ im Umgang mit der bergbaulichen Tradition. Ein Diavortag ließ die gesamte Saison 2018 Revue passieren, wobei es auch Neuigkeiten gab. Dazu zählt der jüngste Prototyp aus der Grubenschmiede: Über das Mini-Kreuz aus gehämmertem Eisen, aus dem vielleicht mal eine Kleinserie für kirchliche Anlässe entstehen soll, durfte sich jetzt Pfarrer Reuschenbach freuen. Im gesamten Heimatgebiet ist die Barbaraverehrung tief verwurzelt. Neben den kirchlichen und bergbaulichen Gedenkfeiern sind etliche Volksbräuche überliefert. Bekannt sind die Barbarazweige. Es sind Zweige von Obstbäumen, die am liturgischen Gedenktag, am 4. Dezember, geschnitten und in eine Vase in der Wohnung gestellt werden. Die Zweige sollen dann bis zum Heiligen Abend blühen und am Christfest als Zeichen des neuen Lebens die Wohnung schmücken, getreu dem Vers: „Knospen an Sankt Barbara, sind zum Christfest Blüten da!“ Sogar etliche Bauernregeln, meist mit Ausblick auf das Wetter, sind überliefert. Da heißt es zum Beispiel: „Sankt Barbara mit Schnee, im nächsten Jahr viel Klee!“ Das weltweite Brauchtum, das neben dem Siegerländer Bergmannsstand in vielen weiteren Berufsgruppen gepflegt wird, geht zurück bis ins 3. Jahrhundert. Gemäß der Legende ließ sich Barbara, die Tochter eines heidnischen Kaufmanns in Kleinasien, gegen den Willen des Vaters taufen. Sie hatte sich damit standhaft zum Christentum bekannt. Der strenge Vater wollte sich damit nicht abfinden und ließ seine Tochter gefangen nehmen. Barbara aber nahm mit Glaubensstärke sogar den Tod in Kauf. Am Tag es Todesurteils blühte jener alte Kirschzweig wundersam auf, den sie zuvor in ihrer Zelle in einen Wasserkrug gesteckt hatte. „Dies soll der Anfang eines neuen Lebens sein“, lautete Barbaras Überzeugung.

Joachim Weger

 

Foto:

Beim Barbaratag in Steinebach stand die Knappenfahne von 1897 stets im Blickfeld.

Foto: Joachim Weger

 

 

 

 

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