"Darf´s auch etwas mehr sein?“

"Darf´s auch etwas mehr sein?“

„Darf´s auch etwas mehr sein?“

Eis vom Busbahnhof mit 20 Euro Aufschlag! Beide verrichten nicht mehr und nicht weniger als ihre Pflicht und Arbeit: Der eine, Wolfgang Reisener aus Katzwinkel, Omnibusfahrer bei der Firma Martin Becker, ist dabei so schnell nicht mehr aus der Ruhe zu bringen - zu viel hat er schon im Dienst erlebt. Und da ist "Immer die Ruhe bewahren" seine Devise, mit der er und seine Gäste am besten fahren.

So wieder am vergangenen Sonntag, als die Bushaltestellen über und über mit Privatfahrzeugen zugestellt waren und er mal wieder seine liebe Not hatte, den schweren Bus durch zu bugsieren, geschweige denn überhaupt einen freien Platz zu finden. "Sonntag vorige Woche war der Busbahnhof derart zugeparkt, dass ich bei der Abfahrt Rückwärts raus rangieren musste. Derweil sitzen die Falschparker gemütlich beim Eis und schauen belustigt zu, ob ich das wohl schaffe, aus dem Chaos unbeschadet raus zu kommen..." Wie oft hat er schon die Polizei angerufen, weil nicht einmal in die Einfahrt einfahren konnte, wo wieder Eisdielenkunden im Haltverbot parkten. "Die Gespräche muss ich über mein Privathandy führen und bekomme die Kosten noch nicht einmal erstattet...", fügt er lakonisch an. Sein Kollege vom Ordnungsamt macht inzwischen, was das Falschparken vor der Eisdiele betrifft, ebenfalls einen "abgeklärten" Eindruck: "Ich kann es einfach nicht verstehen, wie manche Leute ihr schwer verdientes Geld buchstäblich auf die Straße werfen!" Er weist daraufhin, dass die Beschilderung klar und unmissverständlich ist und in unmittelbarer Nähe eine große Anzahl kostenloser Parkplätze zur Verfügung stehen. "Das ist aber offenbar nicht bequem genug für die Kunden der Eisdiele. Da müssen sie ein paar Schritte laufen." Übereinstimmendes Kopfschütteln gibt es sowohl beim Busfahrer wie beim Ordnungshüter angesichts immer wieder gehörter Fragen der Falschparker: "Ja, gelten die Schilder auch Sonntags?" Angesichts solcher Ignoranz wird selbst der sonst so ruhige Wolfgang Reisener unruhig: "Ich fahre den Konrad-Adenauer-Platz jeden Sonntag sieben Mal an, von morgens 9:46 Uhr bis zur letzten Fahrt um 20:46 Uhr. Die Verkehrsbehörde hat sich doch was dabei gedacht, die entsprechende Beschilderung vor zu nehmen!" Der Ordnungsbeamte nickt zustimmend: "Eine Beschilderung wird doch nicht vorgenommen, um die Leute zu ärgern!" Und so verrichtet er seine Arbeit, - 25 gebührenpflichtige Verwarnungen wegen des Tatbestandes 141160 "Benutzen einer Straße, die durch Verkehrszeichen 250 für Kfz aller Art gesperrt war" in Tateinheit mit 112312 "Parken weniger als 15 Meter vor oder hinter einem Haltestellenschild", jede Verwarnung für 20 €!

Close