Deutsche Geschichte vor Ort erlebt und Bericht eines Zeitzeugen

Deutsche Geschichte vor Ort erlebt und Bericht eines Zeitzeugen

Die Projekte-Gruppe ,,Deutsche Geschichte – Heimat und das Leben unserer Vorfahren“ der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ war wieder in den letzten Monaten aktiv.

Ende Mai traf sich die Projekte-Gruppe am Werleskopf. Dort wurden die Teilnehmer von dem Kümmerer der Gruppe, Berthold Hammer, über die Kriegsereignisse vom 28. und 29.03.1945 informiert. Auf dieser strategisch wichtigen Anhöhe wurde damals das Schicksal der Stadt Betzdorf entschieden. In vorbereiteten Stellungen am Werleskopf befanden sich Einheiten des 1035. Regimentes der 59. Infanteriedivision. In einem mehrstündigen Gefecht gelang es den Amerikanern, diesen wichtigen Punkt der letzten zusammenhängenden deutschen Frontlinie zu erobern und damit den Weg zum Angriff auf Betzdorf zu eröffnen. Nach der Besichtigung gab es die Gelegenheit zu einem kleinen Umtrunk am Dauersberger Rastplatz in Nähe der „Alm“.

Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft im Juli sah sich die Projekte-Gruppe einen Film über den Deutschen Fußballbund (DFB) und die Deutsche Nationalmannschaft in der Dickendorfer Mühle an. Erstaunt waren die Mitglieder über die Verbindungen des Fußball zur Politik. Ganz besonderes Interesse fand der Filmteil, der die Verbindungen zum 3.Reich zeigte. Der Umgang mit den jüdischen Nationalspielern löste nur Kopfschütteln aus. Auch der Dopingverdacht anlässlich der Weltmeisterschaft 1954 und der Fall des Fußballtrainers Christoph Daum wurden ausführlich aufgezeigt. Die sich anschließend ergebende Diskussion der Teilnehmer war anregend.

Am 20. Juli 2018 nahm die Projekte-Gruppe an einer Gedenkveranstaltung des FDP-Kreisverbandes Altenkirchen in der Klostergastronomie Marienthal anlässlich des Jahrestages zum Hitler-Attentat in der Wolfsschanze teil. Der Zeitzeuge Kurt Salterberg erzählte in rd. 2 Stunden über sein Leben, das er bis zum Ende des 2. Weltkrieges geführt hatte. Dabei ging er ganz besonders auf die Ereignisse des 20. Julis ein. Mit Spannung verfolgten etwa 80 Personen diesen Vortrag. Auch mit seinen 94 Jahren zog Herr Salterberg im Stehen und ohne Pause die Zuhörer in seinen Bann, die mit den Gedanken eines Hitlerjungen begannen und mit den Gedanken eines überzeugten Demokraten endeten. Nach diesem Vortrag erzählte der Künstler Robby Gebhardt seine Geschichte über Flucht und Vertreibung, die er auch in seinen Werken verarbeitet. Es war ein sehr ergreifender Erlebnisbericht. Auch die Projekte-Gruppe nutzte die Zeit nach dem Vortrag zum regen Diskussionsaustausch.

Am Mittwoch, dem 08.08.2018 findet um 18:30 Uhr in der Dickendorfer Mühle ein Vortrag zu dem Thema „Zwangsarbeit in der Heimat“ statt. Am Mittwoch, dem 22.08.2018 unternimmt die Projekte-Gruppe eine Fahrt nach Bochum zum Eisenbahnmuseum. Hier können u. a. Schienenstraßenbusse und historische Lokomotiven der Firma Jung besichtigt werden. Interessierte melden sich bei Kümmerer Berthold Hammer unter Telefon: 02747/1071. Der Eintritt im Museum kostet 10 Euro, die Hin- und Rückfahrt findet über Fahrgemeinschaften statt. Anmeldeschluss ist der 18.08.2018.

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