Die Geschichte der Stadt Betzdorf

Die Geschichte der Stadt Betzdorf

Gräfin Mechtildis von Sayn beurkundet "Betstorp" 1249. Wahrscheinlich könnte die erstmalige Beurkundung jedoch bereits aus dem Jahre 1236 stammen. In einer Urkunde die in Bettisdorf unterzeichnet wurde, überträgt der Truchseß des kaiserlichen Hofes, Werner von Bolanden, dem Grafen Heinrich von Sayn ein Gut zu Lehen.

Versucht man sich heute ein Bild der damaligen Zeit zu machen, könnte man sich Betzdorf und Bruche als kleine Dörfchen in idyllischer Naturlandschaft, umgeben von einem Kranz friedlich-einsamer Bauernhöfe vorstellen.
Am 10. Februar 1742 erfasste der Amtsaktuar Johann Heinrich Lamprecht u.a. das Gebiet des späteren Amtes Betzdorf:
"Betzdorf hat 19 Räuche (Haushaltsvorstände), 195 Morgen Acker und Wiesen, gibt Schatz 3 Rtlr. 44 Albus 7 d. (Steueraufkommen), hat ½ Stunde Revier, auch Erbenwaldung (Hauberg). Die Heller fließt allda in die Sieg, über welche beide Flüsse eine Brücke geschlagen. Die Einwohner sind meistenteils Acker- und Hüttenleute katholischer Religion."
Auch wenn die Bedeutung von Betzdorf noch eher gering war, besaß es schon damals einen bedeutenden Vorteil: Hier trafen sich wichtige Handelswege. Der Eisen- und Kohleweg aus dem Daadetal über den Molzberg in den Rhein-Ruhr-Raum. Im Tal zweigte sich der Weg in Richtung Siegen und nach Koblenz ab.

1850 zählt Betzdorf 250 Einwohner. Der 1855 geschlossene Vertrag zum Bau und Betrieb der zunächst eingleisigen Eisenbahn von Köln-Deutz nach Gießen mit einer Zweigbahn von Betzdorf nach Siegen wird als Geburtsstunde des modernen Betzdorfs angesehen. Am 10. Januar 1861 fuhr der erste Zug in den stattlichen Betzdorfer Bahnhof ein. Alfred Krupp aus Essen erkannte die Möglichkeiten, die der entstehende Eisenbahnknotenpunkt Betzdorf mit sich brachte. Er erwirbt die im Umkreis von Betzdorf gelegenen Bergwerke zum Zwecke der Eisenerzgewinnung. 1884 zählt Betzdorf schon 2.017 Einwohner.

Die Bürgermeisterei Betzdorf wird am 1. April 1886 gegründet, wobei sich die Gemeinde Betzdorf verpflichtete, allein für die anderen Gemeinden (Alsdorf, Bruche, Dauersberg, Grünebach, Sassenroth, Scheuerfeld und Wallmenroth) die Kosten für das Bürgermeisteramt, Bürgermeisterwohnung und ein Gefängnis zu tragen. Dies führte u.a. 1901 auch zum Bau des schönen Betzdorfer Rathauses.

1894 erhält Betzdorf seine erste elektrische Straßenbeleuchtung. 1919 zählt Betzdorf bereits 7.949 Einwohner. Die Bedeutung Betzdorfs als Drehscheibe des Verkehrs wurde der Stadt im Zweiten Weltkrieg zum Verhängnis. Zwei Drittel der Bausubstanz fiel den schweren Luftangriffen zum Opfer. Die Stadtrechte erhielt Betzdorf am 10. Oktober 1953 durch Ministerpräsident Peter Altmeier verliehen. Zu diesem Zeitpunkt zählt man in Betzdorf 9.867 Einwohner.

Die rasante Entwicklung Betzdorfs ist der Eisenbahn zu verdanken. Doch nach dem Wegfall von Arbeitsplätzen bei der Bahn und im Erzbergbau, mussten andere, neue Wege gegangen werden. Bedeutende Industrieunternehmen wurden angesiedelt, neue Gewerbegebiete errichtet, und Betzdorf reifte zu einem modernen Dienstleistungszentrum. Heute leben über 10.000 Einwohner in Betzdorf, einer Stadt mit einer hohen Wohn- und Lebensqualität.

Berühmte Persönlichkeiten: 1892 erblickt der bekannteste deutsche Volksliederkomponist Robert Götz ("Aus grauer Städte Mauern zieh´n wir durch Wald und Feld", "Jenseits des Tales standen ihre Zelte") hier das Licht der Welt. Ebenso wird Betzdorf 1910 die Heimatstadt des einem Millionenpublikum bekannten Schauspielers und Sängers Kurt Großkurth.

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