Die Geschichte der Ortsgemeinde Elkenroth

Die Geschichte der Ortsgemeinde Elkenroth

Der Ursprung: Der Name Elkenroth lässt sich in zwei Teile zerlegen. Die Endung auf "roth" weist auf das 9. und 10. Jahrhundert n. Chr. hin. In dieser Zeit, als man den Wald zur Ackerflächenerweiterung abholzte, entstanden auch die Ortsnamen mit "rod" in der Endung. Ein hoher Anteil solcher Ortsnamen finden sich im waldreichen Westerwald. Der erste Teil des Wortes kann sowohl dem althochdeutschen als auch dem keltischen Wortschatz entstammen. Die erste Silbe "Elk" könnte man auch von "Elch" (indogermanisch: "alki", althochdeutsch "elako" und mittelhochdeutsch "elke") ableiten, da es nicht abwegig ist, dass in früherer Zeit Elche im Westerwald lebten. Andererseits könnte "Elk" auch vom keltischen "alek" = der Fels stammen.
Setzt man diese beiden ersten Teile jeweils mit dem zweiten zusammen, so ergeben sich zwei Deutungen: zum einen Elchrodung und zum anderen Steinrodung. Die zweite Erklärung wird wahrscheinlich zutreffen, da es große Basaltvorkommen im Gebiet von Elkenroth gab.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1370, wo es heißt: "Christian und Ludwig von Ottensteyn, Gebrüder, bekunden, dass ihr verstorbener Vater Friedrich dem Kloster Marienstatt 18 Schilling Zins und Gülte an der Hütte (und Gut) - op der Schotzbach hinder Elkerode - ausgesetzt hat (siehe dazu: "600 Jahre Schutzbach", Schutzbach 1970). In heutiger Mundart heißt das Dorf Elkenroth "Elgert".

Ritter von Gevertzhan/Hildburg/Grafen von Sayn: Johann von Gevertzhan, genannt Lützgerode, und seine Frau, Odilia von Breidbach, schenkten, urkundlich belegt, am 7. Februar des Jahres 1501 ihrer Hofstatt Elkenrode eine Kapelle. Mit der Hofstatt muss die sogenannte Klausenburg, ein umfangreiches burgähnliches Gebäude, gemeint gewesen sein. Überreste der Umfassungsmauern waren um 1925 noch zu erkennen (vgl. K. Samrowski in der Festschrift "Gebhardshain" 1925). Die adelige Familie von Gevertzhan Lützgerode wird ab dem 14. Jahrhundert erwähnt. Es ist eine Seitenlinie der Grafen von Gevertzhan, die ihren Stammsitz in der "Görsbach", einem Bach zwischen Gebhardshain und Fensdorf, hatten. Die auf dem Winterberg zwischen Elkenroth und Dickendorf gelegene "Hildburg" war der Sitz der Familie Gevertzhan Lützgerode (Hill, Hild, Held bedeutet stark, fest). Die Ritter von Gevertzhan Lützgerode waren Lehensträger der Grafen von Sayn im Herrschaftsgebiet Freusburg. Ihr Wappen bestand aus drei silbernen, mit den Ecken aneinanderstoßenden rechtsschrägen Rauten in einem roten Feld, das heute noch im südlichen Chorfenster der Elkenrother Pfarrkirche betrachtet werden kann. Die 1652 in den Reichsfreiherrenstand erhobene Familie erlosch 1862 mit dem Tod von Ernst Lothar Karl August von Lützgerode, der als königlicher Kammerherr in Dresden starb. Die Burgen der Familie von Gevertzhan-Lützgerode als auch die der zweiten Linie, der Familie Gevertzhan-Kotzenrode, deren Burg zwischen Rosenheim und Luckenbach, auch Junkernplatz genannt, lag, wurden wohl im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges zerstört. In dieser Zeit wurde auch die Freusburg von Schweden belagert. Aus dieser Zeit stammt mit Sicherheit die Ortsbezeichnung "Schwedengraben", ein Gebiet südöstlich von Gebhardshain. Die Herrschaft der Grafen von Sayn bestand um 1600 aus den 4 Ämtern mit je einem Amtsmann. 1. Altenkirchen, mit 7 Kirchspielen; 2.Hachenburg, mit 5 Kirchspielen; 3. Sayn, mit 1 Kirchspiel; 4. Freusburg, mit 4 Kirchspielen. Aus einer Übersicht über die Dörfer und Ansiedlungen aus dieser Zeit ist ersichtlich, dass Elkenrodt 31 Häuser oder Feuerstellen besaß. Damit zählte es neben Herdorf (39) und Fischbach (35) zu den größten im Amt Freusburg und war zugleich das größte im Kirchspiel Gebhardshain. Eine Beschreibung des Kirchspiels Gebhardshain aus dem Jahre 1746 sagt aus, dass Elkenroth 44 Häuser und 9 Höfe umfasste; davon waren 42 katholisch, 9 lutherisch und 2 reformiert. Zwischen 1750 und 1850 änderte sich diese Zahl kaum. Im Jahre 1882 hatte das Dorf 437 Einwohner. Die Zahl wuchs um 129, auf 566 bis zum Jahr 1900.

Nassau-Usingen/Napoleon: Durch den im Jahre 1803 in Regensburg verfassten Reichsdeputationsbeschluß wurden diejenigen Fürsten entschädigt, die ihre linksrheinischen Besitztümer an Napoleon verloren hatten. So erhielten die Nassauer die Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Die um 1600 getroffene Einteilung in 4 Ämter blieb bestehen. Als der Rheinbund 1806 Napoleon 63.000 Soldaten stellen musste, zogen 1.860 Nassauer mit in den Krieg. Die Angst vieler deutscher Fürsten vor Napoleon bewirkte schließlich, dass ihre Untertanen unter der französischer Flagge in der Schlacht bei Jena und Auerstädt gegen Preußen kämpfen mussten. In den folgenden Jahren hob Bonaparte, um seinen Bedarf an Soldaten zu decken, im Westerwald viele Soldaten aus.

Preußen/Wiener Kongress/Rheinprovinz: Am 10. November 1813 stand das Hauptquartier des preußischen Heerführers Blücher in Altenkirchen. Im Wiener Kongress von 1815 wurde das Rheinland, allerdings nicht unter dem Namen Rheinprovinz, Preußen zugesprochen. Das Rheinland umfasste die beiden Großherzogtümer: 1. Niederrhein (heutige Regierungsbezirke Aachen, Koblenz, Trier). 2. Jülich – Kleve – Berg (heutige Regierungsbezirke Köln, Düsseldorf). Die ehemalige Grafschaft Sayn-Altenkirchen wurde Teil des neuen Kreises Altenkirchen. 1822 wurden die beiden Großherzogtümer vereinigt und erhielten den Namen Rheinprovinz.

Erster Weltkrieg: Wie anderen Orts auch, konnte man die allgemeine Kriegsbegeisterung in der Bürgermeisterei Gebhardshain, zu der Elkenroth gehört, deutlich spüren. Insgesamt standen am vierten "Mobilmachungstage" 367 Mann unter Waffen und von den 14 vorhandenen Pferden wurden 9 eingezogen. Die Gefangenen dieses Krieges wurden sowohl zu Arbeiten in der Grube Bindweide, dem Basaltabbaugelände Kotzenrother Lay und Käuser Steimel als auch in der Sandgrube Bremen herangezogen. Die Lebensmittelknappheit im zweiten Kriegsjahr bekam die Bevölkerung sehr hart zu spüren. Es wurden Lebensmittelkarten verteilt und jeglicher Handel mit Essbarem wurden von den Behörden protokolliert. Die Lage verschlimmerte sich durch eine schlechte Kartoffelernte weiter. Pro Kopf gab es in dieser Zeit in der Woche 100g Fett und 200g Fleisch. Da immer mehr Leute zur Front eingezogen wurden, fehlten sie als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. 1917 verschärfte sich die Situation derart, dassnur noch Kranke und Kinder Milch bekamen. Fehlender Dünger vergrößerte die landwirtschaftlichen Probleme. Der daraus resultierende Futtermangel führte zur "Notschlachtung" von Schweinen. Erst durch die langandauernde Hungerblockade wurde das Volk allmählich kriegsmüde. Von den insgesamt 677 Kriegsteilnehmern aus der Bürgermeisterei Gebhardshain, kamen 82 aus Elkenroth. Unter den 156 Gefallenen und Vermissten sind 17 aus Elkenroth.

Weimarer Republik, Bestandsaufnahme von 1925:
a) Allgemeines: Die Landbürgermeisterei Gebhardshain hatte im Jahr 1925 ein Fläche von 4903,38 Hektar, von denen 2160 Hektar bewaldet waren. Den größten Anteil an dieser Fläche besaß Elkenroth mit 819,02 Hektar und 442 Hektar Wald, der sich zum größten Teil im Besitz der Waldinteressenten befand.
b) Schulwesen: Die Bürgermeisterei besaß zum damaligen Zeitpunkt 12 Schulorte mit 14 öffentlichen Volksschulen und 23 Schulklassen. Von 1152 Schulkindern besuchten 1026 die 11 katholischen und die restlichen 126 die 3 evangelischen Schulen. Das Lehrpersonal umfasste 20 männliche und 3 weibliche Lehrpersonen, von denen 20 katholisch und 3 evangelisch waren.
c) Bauwesen: 1925 waren Elkenroth und Molzhain die einzigen Gemeinden ohne Wasserleitung, sie besaßen jedoch wie alle übrigen elektrische Energie. Von 1923 bis 1925 war eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen. Unter den 92 Baugenehmigungen befanden sich 52 für Wohnhäuser.
d) Polizeiwesen/Gastronomie/Feuerwehr: Das polizeiliche Exekutivpersonal bestand aus einem Oberlandjäger, einem Polizeibetriebsassistenten und einem Hilfspolizeibeamten. Die Zahl der vorhandenen Gast- und Schankwirtschaften in der Bürgermeisterei belief sich auf 15, wovon eine zum Ausschank von Kaffee und nichtalkoholischen Getränken diente. Neben der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Elben, gab es in allen anderen Gemeinden Pflichtfeuerwehren, mit insgesamt rund 800 Wehrmitgliedern.
e) Medizinische Versorgung/Krankheiten: Die ärztliche Versorgung war bis fast zum Ende des 19. Jahrhunderts in allen Gemeinden schlecht, da Ärzte aus Daaden, Kirchen und besonders Wissen und Hachenburg die Versorgung der notleidenden Menschen sicherstellen mussten. Erst in den späten 80ern des 19. Jahrhunderts siedelte sich ein Arzt fest in Gebhardshain an. Die medizinische Versorgung besserte sich in den folgenden Jahrzehnten allmählich. 1925 verfügte die Bürgermeisterei über drei allgemeine Ärzte, einen Zahnarzt, drei Bezirkshebammen und eine Zweigapotheke in Gebhardshain.
f) Landwirtschaft und Viehzucht: Die landwirtschaftlichen Erträge sind, heute wie damals, sehr stark wetterbedingt. In den 20er und 30er Jahren wurden verstärkt Obstbäume an allen öffentlichen Verbindungswegen gepflanzt. Der Lokalobstbauverein der Bürgermeisterei nahm seine Arbeit nach dem Krieg wieder auf. Das Grundstückzusammenlegungsverfahren wurde in Elkenroth, wie in allen anderen Gemeinden schon geschehen, mit Ausnahmen von Gebhardshain, 1925 durchgeführt. Der Viehzuchtbereich, von dem nahezu 100% aller Einwohner lebten, wuchs ständig. Inflationsbedingt mussten viele Viehversicherungsvereine ihre Arbeit einstellen.
g) Arbeiter- und Angestelltenversicherung/öffentliche Fürsorge: Im Bürgermeistereibezirk Gebhardshain beziehen 289 Personen Invaliden- , 3 Kranken-, 32 Witwen- , 84 Waisen- und 56 Personen Unfallrente. 6 Personen wird Ruhegeld aus der Reichsangestelltenversicherung ausbezahlt. Die Zahl der Kriegsgeschädigten und Hinterbliebenen beläuft sich auf 182.

Vorboten des Dritten Reiches: Am Sonntag, den 17. Juli 1932, kam es auf dem Elkenrother Kirchplatz anlässlich eines Propagandamarsches der Nationalsozialisten zu einer Schlägerei. Während der Ingenieur und Kreisleiter der NSDAP Sieler eine Rede hielt, entstand aus noch ungeklärter Ursache eine Auseinandersetzung mit politisch Andersdenkenden des Dorfes. Viele leicht und zwei Schwerverletzte waren die Folge dieser Auseinandersetzung.  Die Namen der schwer Verletzten sind Vinzenz Brenner und Alois Arndt, beide wohnhaft in Elkenroth.

1945 bis heute
a) Jahresbericht 1950: "Durch den Niedergang der heimischen Industrie in den letzten 20 Jahren - Verlust von 1700 Arbeitsplätzen bei 6860 Einwohnern in den Gemeinden des Amtes – ist die Gemeinde Elkenroth, wie 11 weitere der 13 Ortsgemeinden des Amtsbezirkes nicht dazu in der Lage, ihren Jahreshaushalt aus eigener Kraft auszugleichen. Diesen Fehlbetrag hofft man mit Landesmitteln decken zu können. Aus diesem Grunde können nur geringe Beträge zu einer dringend benötigten Verbesserung der Infrastruktur und Reparaturen an der Dorfschule aufgewendet werden."
b) Jahresbericht 1960: "Die finanzielle Lage der Gemeinde hat sich nicht gebessert. Daher ist diese in das Landesergänzungsprogramm aufgenommen, wodurch die Lage in einem Notstandgebiet aufgezeigt wird. Strukturell ist die Gemeinde vorwiegend Land- und Forstwirtschaftlich geprägt. Von den angesiedelten 49 Gewerbetrieben sind rund die Hälfte Kleinstbetriebe. Auf dem Gemeindegelände befinden sich 2 kleinere Industriebetriebe: 1. ein Sandgrubenbetrieb mit durchschnittlich 23 Beschäftigten und 2. eine Blechwarenfabrik mit 25 Arbeitnehmern."
c) Jahresbericht 1970: "Die finanzielle Lage hat sich nicht verbessert. Die Ortsgemeinde Elkenroth ist weiterhin nicht in der Lage, ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen. In struktureller Hinsicht entwickelt sich die Gemeinde zu einem fast reinen Arbeiterdorf mit ständig abnehmender Landwirtschaft."
d) 1987: Elkenroth ein Mittelpunktsort: Der Ortsgemeinderat beschloss am 23.06.1987 Elkenroth als Mittelpunktsort auszuweisen. Die Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald jedoch teilte im Schreiben vom 26.11.1987 mit, dass Elkenroth "nicht über die erforderliche Mindestausstattung zur Ausweisung als zentralen Ort der Grundversorgung verfügt. Sie kann daher nicht als zentraler Ort anerkannt werden" . Einzige fehlende Einrichtung für Anerkennung sei eine Hauptschule. Ihr Fehlen kann jedoch nicht der Gemeinde angelastet werden, "da die Hauptschule einer Entscheidung des Kultusministeriums im Jahre 1968/ 69 wegen in Gebhardshain angesiedelt wurde, obwohl die Ortsgemeinde Elkenroth über die gleichen Voraussetzungen verfügt hätte".
e) 1988: Einstufung im Regionalen Raumordnungsplan: Am 3. Oktober 1988 teilte der Ortsbürgermeister dem Gemeinderat mit, dass die Anerkennung der Gemeinde als Kleinzentrum nochmals mit der Begründung, dass Elkenroth weder über eine Hauptschule noch über eine Verbandsgemeindeverwaltung verfüge, abgelehnt wurde.

Wirtschaft und Kultur
Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft: Im Jahr 1896 wurde die landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft für die Bürgermeisterei Gebhardshain gegründet. Ihre Aufgabe sahen die Gründer in der Verbesserung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation. Subsistenzwirtschaft herrschte in dieser Zeit auf dem Westerwald vor. Da es weder Eisenbahnverbindungen noch andere Verkehrsmittel gab, mussten die meisten Erzeugnisse des primären Sektors "mit der Achse" , das heißt mit einem Fuhrwerk angeliefert beziehungsweise abtransportiert werden. Durch ein Entgegenkommen der Bergverwaltung konnten noch größere Bezugsmöglichkeiten durch den Schienentransport erschlossen werden. Mit der Eröffnung der Kreisbahn Scheuerfeld-Nauroth und dem Bau eines Lagerhauses der Genossenschaft auf der Bindweide 1913 wurde die Versorgung der Bevölkerung verbessert. Da die Menschen den Nutzen der Genossenschaft erkannten, stieg die Mitgliederzahl auf 430 im Jahr 1914. Es folgte der Erste Weltkrieg, indem die Arbeiten der Genossenschaft gezwungener Maßen eingestellt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg gelang es der Genossenschaft trotz Kontingentierung und Beschlagnahmung, fast alle zur Landwirtschaft benötigten Waren sicherzustellen. Hierbei handelte es sich vor allem um Briketts und Kohlen, Dünger und Saatgut.

Industrie: Steinbrüche waren Hasselichskopf, Große und Kleine Mauer, der Zürbigsbruch und der Linzer Bruch. Die Basaltvorkommen rund um den Hasselichskopf wurden von 1900 bis 1987 ausgebeutet. Als ein weitere wichtiger Arbeitgeber erwies sich die Sandgrube "Gewerkschaft Bremen". Hier wurde von 1909 bis 1980 unter diesem Namen gearbeitet. Anfang 1925 arbeiteten 425 Mann in Elkenrother Steinbrüchen und Sandgruben. Der Schwerpunkt der ortsansässigen Industrie liegt heute im Metall- und Kunststoffbereich.

Handwerksbetriebe: Im Jahr 1900 gab es in Elkenroth zwei Schmieden, zwei Bäckereien und einen Metzger. Ab 1930 erhöhte sich die Zahl der ortsansässigen Handwerker um einen Stellmacher und einen Schuster.
Im Gegensatz dazu gibt es heute eine weitaus größere Zahl an Handwerksbetrieben verschiedenster Richtungen: eine Bäckerei, einen Dachdecker, eine Druckerei, drei Frisöre, zwei Metzgereien, eine Schlosserei, eine Zimmerei, einen Maler und Anstreicher, zwei Elektro- und Sanitärinstallationsbetriebe, zwei Kraftfahrzeugreparaturwerkstätten, ein Hoch- und Tiefbauunternehmen.
Den ersten Industriebetrieb auf dem Gebiet des heutigen Dorfes Elkenroth stellte die Getreidemühle im Elbbachtal dar. Die Bannmühle wird 1667 in den Saynischen Akten genannt. 1808 kauften die Waldinteressenten dieses Gebäude. Die Mühle wurde 1925 verlegt und neu aufgebaut. Eine Verlegung der Mühle, war auf Grund des Baus der Eisenbahnverbindung zwischen Bindweide und Weitefeld nötig geworden. 1957 wurde der Betrieb eingestellt und die Mühle geschlossen. Nach dem Verkauf 1960 wurde sie zum Wohnhaus umgebaut.

Handel und Dienstleistungen: 1907 wurde in Elkenroth die erste Spar- und Darlehnskasse der heutigen Verbandsgemeinde Gebhardshain gegründet. In den vergangenen 20 Jahren haben sich viele Handels- und Dienstleistungsunternehmen in Elkenroth angesiedelt. Heute gibt es eine Bank und eine Sparkasse, eine Postagentur, Steuerberatungs- , Architektur- und Ingenieurbüros, Versicherungsagenturen, zwei Lebensmitteleinzelhändler, Getränkeverleger und zwei Blumengeschäfte, zwei Fahrschulen und zwei Kraftfahrzeugwerkstätten, einen Spediteur und einen Caravanhändler, sowie zwei Videotheken und eine Spielothek. Auch die medizinische Versorgung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. So verfügt Elkenroth heute über drei praktische Ärzte. Hinzu kommt noch eine Apotheke, eine Drogerie, ein Kosmetikstudio sowie ein Sonnenstudio. Neben dem schon vor 1850 eröffneten Gasthof im Zentrum des Dorfes gibt es heute acht weitere Hotels, Gasthäuser, Pensionen und Cafes.

Bauliche Gestaltung und Anlagen: Fast kein Fachwerkhaus ist heute noch vollständig erhalten. Der alte katholische Friedhof lag südwestlich der Kirche. 1919 wurde ein neues katholisches Friedhofsgelände ausgewiesen. Vor Baubeginn des neuen Pfarrhauses 1956 wurde der ältere Friedhof eingeebnet. Der evangelische Friedhof liegt seit 1860 an der Betzdorfer Straße (siehe Wanderkarte Elkenroth 1996, Ziffer 23). Der seit 1910 an der Weitefelder Straße gelegene Sportplatz wurde 1990 durch eine neue Sportstätte, die sich oberhalb an das Schul- und Sportgelände anschließt, abgelöst. Auf dem Gelände des alten Sportplatzes wird seit Juni dieses Jahres (1999) ein neuer Einkaufsmarkt gebaut. Das Kriegerdenkmal im Dorfzentrum wurde 1921 errichtet. 1983 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Arbeiterkolonie der Canisiusplatz angelegt. Zur Attraktivitätssteigerung baute die Gemeinde 1987 ein Wassertretbecken in der Steinbornstraße. Zur Verbesserung der Infrastruktur wendet die Gemeinde seit 1955 große Summen auf. In die Erschließung des Gewerbegebietes wurden im vergangenen Jahrzehnt mehrere Millionen DM investiert.

Straßen: Die erste Teerstraße des Ortes führte 1933 in Richtung Rosenheim. Eine zweite wurde 1939 in Richtung Betzdorf gebaut. Bedingt durch den 2. Weltkrieg und seine Folgen begann man erst 1952 mit dem Ausbau der wichtigsten innerörtlichen Straßen und der Verbindung nach Weitefeld. Ein planmäßiger Ausbau des Straßennetzes innerhalb der Ortsgemeinde geschieht ab 1969. Es folgten die Bebauungspläne für die Bereiche "Gemeindegarten" und "Kampfgarten". Von 1985 an begann der Ausbau der Landesstraßen L 286 und L 287, der 1990 mit der Neugestaltung der Ortsmitte 1990 endete. Auf den Heistern entsteht zur Zeit ein neues Wohngebiet mit 50 Bauplätzen.

Energie: Die Gebäude der Arbeiterkolonie wurden ab 1900 durch eine Turbine im Elbbachtal mit Strom versorgt. 1906 erfolgte der Anschluss der Kirche und der umliegenden Häuser an das E-Werk der Kolonie. 1919 wurde mit dem Bau des Ortstromnetzes begonnen. Den Strom lieferte das EWS (Elektrizitätswerk Siegerland), an welches 1930 das Stromnetz der Gemeinde verkauft wurde.

Land- und Forstwirtschaft: Die Zahl der landwirtschaftlichen Kleinbetriebe (Nebenerwerb) nahm in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg beständig ab. Aus diesem Grunde änderten sich auch die Betriebsgrößen, was man durchaus schon als Beginn des "grow or go"-Stils (wachse oder weiche) bewerten kann. In der Zeit von 1950 bis 1955 wurden die großen Viehweiden und auch landwirtschaftliche Nutzflächen am Hasselichskopf mit Nadel- und Laubhölzern bepflanzt.

Waldinteressenten: Die Elkenrother Waldinteressentenschaft ist die größte im Landkreis Altenkirchen. Den heute 40 Idealanteilseignern gehören heute ungefähr 350 ha Wald. In früheren Jahrhunderten war die Waldfläche der damals noch 43 Anteilsbesitzer wesentlich größer. Im Gelände der Waldinteressenschaft ruhten mächtige Basaltvorkommen. Zahlreiche Steinbrüche wurden in den vergangenen Jahrhunderten erschlossen und gewaltige Mengen abgebaut. Die Nutzungsberechtigen bezogen so durch Pachten und Materialabgaben ein weiteres Einkommen, das ihnen zu mehr Wohlstand verhalf. Ein Teil der Mittel wurde und wird noch heute zur Pflege und Erhaltung des Waldes verwendet.

Arbeiterkolonie: Die Katholische Arbeiterkolonie Sankt Josef wurde 1886 gegründet. Arbeitslose und Nichtsesshafte bekamen hier für einige Monate Unterkunft, Verpflegung und Arbeit. Die sogenannten Kolonisten zerschlugen Steine zu Schotter, um damit Wege anzulegen. Vier Jahrzehnte lang überließen die Elkenrother Waldinteressenten der Kolonie 100 ha Ödland zur Rodung und Nutznießung. Durch die fachkundige Leitung der Franziskanerbrüder aus Hausen bei Waldbreitbach wurde aus dem einstigem Ödland fruchtbare Äcker und Wiesen. Die Wohn- und Wirtschaftgebäude der Arbeiterkolonie errichtete man im damaligen Unterdorf, heute Betzdorfer Straße. Die teilweise noch erhalten gebliebenen Gebäude dienen heute als Fabrik- und Wohngebäude. Die Kolonie trug wesentlich zur Förderung des dörflichen Lebens in wirtschaftlicher, sozialer und religiöser Hinsicht bei.
Die vorbildlich geführte Landwirtschaft der Kolonie gab den Bauern Elkenroths und denen in den umliegenden Gemeinden nützliche Anregungen. Die durch den 1. Weltkrieg hervorgerufene Notzeit veranlasste die Waldinteressenten zur Rückforderung der überlassenen Gebiete für die eigene Nutzung.
Mangelnder Arbeit für die Kolonisten wegen wurde die Kolonie 1927 aufgelöst. Im Kolonistenhaus eröffnete Paul Becher ein Jahr später die Canisiusschule mit 30 Schülern, zwei geistlichen und vier weltlichen Lehrern. Als Träger trat der von Elkenrother Bürgern gegründete Canisiusverein auf. Die Unterbringung der Schüler, welche den Wunsch haben sollten, einmal Priester zu werden, erfolgte im angeschlossenen Canisiusheim. Die Schule bestand aus den fünf unteren Klassen eines altsprachlichen Gymnasiums. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten und die damit verbunden politischen Veränderungen bewirkten eine Auflösung der Schule. Im Laufe der Zeit wurden die meisten Koloniegebäude an private Investoren veräußert. Das 1894 erbaute Wohnhaus für die Brüder wurde in ein Pfarrhaus umgewandelt.

Wasserwirtschaft: Die erste Wasserleitung für die Arbeiterkolonie und die umliegenden Häuser wurde 1886 erbaut. Die Wasserversorgung der übrigen Haushalte erfolgte durch die üblichen Hausbrunnen. Der Bau der Ortswasserleitung mit Quellfassung und Hochbehälter begann 1940. Die Anlage konnte erst nach Kriegsende fertiggestellt werden.
Im Jahre 1965 entstand ein Zweckverband "Gruppenwasserwerke Elbtal". Die Gründung einer solchen Gemeinschaft war nötig geworden, da die Wasserversorgung von der Leistung her unzureichend war und weil in einigen Gemeinden die Qualität des Wasser nicht den gesundheitlichen Anforderungen entsprach. Zu den Gründern gehören die Gemeinden Dauersberg, Dickendorf, Elben, Gebhardshain, Malberg, Molzhain, Kausen, Steinebach und Steineroth. Die Paratyphus-Epidemie 1963 in der Gemeinde Gebhardshain und der Wassermangel während der Sommermonate in Steineroth und Molzhain hatten den Anstoß, über ein großräumigere Lösung der Wasserversorgungsfrage nachzudenken, gegeben. Dieser Verband hatte sich die ganzjährige Versorgung der Einwohner mit qualitativ hochwertigem Wasser zum Ziel gesetzt.
Die 1964 im Raum Elkenroth durchgeführten Bohrungen auf rund 60 m Tiefe und die damit verbundenen geologischen Gutachten brachten ein positives Ergebnis. Aus dem Gutachten ging hervor, dass eine ausreichende Versorgung mit Wasser in einwandfreier Qualität, das heißt ohne dass eine Aufbereitung erforderlich ist, für rund 7300 Personen gewährleistet werden kann. In der Genehmigung des Wasserwirtschaftsamtes in Koblenz von 1966 wurden die Gesamtbaukosten mit 2.630.000 DM festgesetzt. Das Unternehmen wurde im Zeitraum von 1967- 1969 in drei Bauabschnitten durchgeführt. 1972 erfolgte der Anschluss der Gemeinde Elkenroth an das Gruppenwasserwerk und das Versorgungsnetz der Verbandsgemeinde Gebhardshain.
Heute befinden sich vier Tiefbrunnen im Gebiet "Weidenbruch". Ihre Förderleistung beträgt 134 m3 /Stunde, was einer Jahresförderungsmenge von rund 1,17 Millionen m3 entspricht. 1997 betrug die Menge des geförderten Trinkwassers 821.813 m3 (285.000 m3 1973), was einer Auslastung von 70,24% gleichkommt. Insgesamt verfügt die Verbandsgemeinde Gebhardshain über 8 Hochbehälter mit einem Gesamtvolumen von 4580 m3. Hinzu kommen 132.328 laufende m ausreichend dimensionierte Leitungen mit 4.128 Messeinrichtungen. Dadurch ist auch in Spitzenzeiten die Wasserversorgung der gesamten Verbandsgemeinde gewährleistet.

Religion und Bildung
a) katholische Kirche: Die katholische Pfarrkirche Sankt Elisabeth wurde 1872 erbaut. Der Anbau von Turm, Gewölbe, Chor und Sakristei erfolgte im Zeitraum von 1894 bis 1896. Die letzte Renovierung von außen fand 1985, die letzte innere 1987 statt. Die Lourdes-Kapelle auf dem Kirchplatz wurde 1903 erbaut und 1990 renoviert. Die katholische Kirchengemeinde Elkenroth erhielt 1886 einen eigenen Seelsorger. Mit steigenden Einwohnerzahlen wuchs auch die Bedeutung der Kirche. So wurde Elkenroth am 1. April 1922 zur Kapellengemeinde und am 10. Mai 1908 zur Pfarrvikarie ernannt. Am 1. Mai 1961 wurde die Pfarrvikarie Elkenroth zur Pfarrgemeinde erhoben.
b) simultan: Die 1501 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Kapelle bestand wahrscheinlich schon seit dem 15. Jahrhundert. Vom 16. Jahrhundert an hielten Mönche der Abtei Marienstatt regelmäßig Gottesdienste in der Kapelle ab. Durch zwei Verträge vom 22. Juli 1652 und vom 28. Dezember 1670 wurde die Kapelle simultanisiert und damit beiden Konfessionen zugänglich gemacht. Das Simultaneum wurde am 31. Juli 1859 aufgelöst und die Kapitalien gleichmäßig verteilt. Die Kapelle blieb stets im Besitz der Katholischen Kirche. Seit 1828 konnten in der alten Kapelle aus Baufälligkeitsgründen keine Gottesdienste mehr gehalten werden. Über den Zeitpunkt des Abrisses gibt es heute keine Quellen mehr. Somit waren die Christen genötigt, Sonntags morgens zu Fuß nach Gebhardshain in die Messe zu gehen.
c) evangelische Kirche: Das heutige evangelische Gemeindehaus in der Hildburgstraße wurde 1956 neben der damaligen evangelischen Schule erbaut. Die evangelischen Christen aus Elkenroth gehörten seit jeher zur evangelischen Pfarrgemeinde Gebhardshain.

Schulen: Vom 18. Jahrhundert an bis 1971 gab es in Elkenroth zwei Konfessionsschulen, eine einklassige evangelische und eine katholische Volkschule. Die evangelische Schule befand sich in der Hildburgstraße. Sie wurde mehrmals erweitert. Nachdem die konfessionelle Trennung aufgehoben war, wurde nach einigen Um- und Anbauarbeiten der kommunale Kindergarten in diesem Gebäude eingerichtet . Ebenfalls wurde das Gemeindebüro bis 1987 hierher verlegt.
In der ersten katholischen Volkschule neben der Kirche wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1901 unterrichtet. Es erfolgte der Neubau eines Schulgebäudes, mit einem Klassenzimmer und einer Wohnung auf der anderen Straßenseite. Das alte Schulhaus wurde von 1901 bis 1946 von der katholischen Kirchengemeinde als Versammlungsraum benutzt. An den Neubau wurden 1931 zwei weitere Klassenzimmer und zwei Wohnungen angebaut. Eine nochmalige Erweiterung um drei Unterrichtsräume und eine Schulküche fand 1966 statt. Seit der Neuorganisation des Schulwesens in Rheinland-Pfalz im Jahre 1971 gibt es eine gemeinsame Grundschule. Im Sommer 1984 zu Beginn des neuen Schuljahres wurde die neu erbaute Grundschule an der "Hoh" bezogen. Dort war 1977 schon eine große Turnhalle für den östlichen Teil der Verbandsgemeinde Gebhardshain errichtet worden. Von den fast 3 Millionen DM Baukosten für die Grundschule trug das Land Rheinland-Pfalz rund 1,6 Millionen.
Die alte Schule mitten im Dorf wurde in den Jahren 1985 bis 1987 zum Bürgerhaus und zum Wohn- und Geschäftshaus mit Post und Sparkasse umgebaut.

Vereine und Verbände
Musikverein: Der Musikverein "Harmonie" - Elkenroth wurde 1913 gegründet und besteht aus einer Musikkapelle und einem Männerchor.
Jungmännerverein: Der Jungmännerverein Elkenroth (JVE) ist der älteste im Dorf ansässige Verein. Trotz zahlreicher Querelen ist der seit dem 28. Juni 1908 bestehende Verein noch existent. Ein neu gewählter Vorstand wird in Zukunft die Geschicke dieser Gruppe von Jugendlichen lenken. Der JVE ist vor allem durch sein Engagement an Karneval und der Kirmes bekannt.
Sportverein: Der Sportverein "Hildburg" – Elkenroth besteht seit 1920. Er ist untergliedert in drei Kategorien: Damen- und Herrenfußball, sowie Gymnastikgruppen.
Schützenverein: 1956 wurde der Schützenverein Elkenroth ins Leben gerufen. Heute verfügt dieser Ortsverein über eine der modernsten Schiesssportanlagen in der Region.
Feuerwehr: Die Freiwillige Feuerwehr Elkenroth wurde im Jahre 1900 gegründet. Sie ist der Löschzug III innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Gebhardshain und verfügt über eines der modernsten Tanklöschfahrzeuge im Kreis Altenkirchen.
Sportfischereiverein: Der Sportfischereiverein ist der jüngste der ansässigen Ortsvereine. Er wurde 1987 als eingetragener Verein bestätigt. Der in einem alten Weihergebiet 1963 wieder aufgestaute Fischweiher an der Straße nach Weitefeld ist vom Verein gepachtet.
Katholischer Frauen- und Mütterverein: Die Gründungsversammlung des Vereins fand am 19. August 1934 statt. Die Unterstützung von Bedürftigen zählt neben einer Volkstanz- und einer Theatergruppe und monatlichen Wandernachmittagen zu den Aktivitäten der Frauengemeinschaft.
Katholische Arbeiterbewegung (KAB): Dieser Verband wurde im Mai 1961 von 65 Männern gegründet. Nicht nur die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen, sondern die Weiterbildung der Ortsbewohner durch Vorträge, Arbeitsgemeinschaften und Kurse bestimmen die Zielsetzung des Ortsverbandes.

Die Textpassagen über die Geschichte und Entwicklung der Ortsgemeinde Elkenroth stammen auszugsweise aus einer Facharbeit von Michael Hahmann, Elkenroth, der uns das Material freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Der gesamte Text unterliegt dem Urheberrecht von Michael Hahmann!

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