Ich geh´auf´s Amt - 100 Jahre Rathaus Betzdorf

Ich geh´auf´s Amt - 100 Jahre Rathaus Betzdorf

Ich geh´auf´s Amt – 100 Jahre Rathaus Betzdorf

Im Jahr 2001 konnte der 100. Geburtstag des Betzdorfer Rathauses gefeiert werden. Zum diesem Anlaß veröffentlichte die Verbandsgemeinde Betzdorf ein Buch mit vielen Informationen rum um das Betzdorfer Rathaus.

Das Vorwort vom damaligen Bürgermeister Michael Lieber: Seit 100 Jahren sagt man in Betzdorf und den um­liegenden, zum Amt gehörenden Gemeinden: „Ich geh' aufs Amt!" Was verbinden die Bürgerinnen und Bürger damit? Die Zeiten haben sich gewandelt. War es einst die obrigkeitsstaatliche Behörde, die sie aufsuchten, erwartet sie heute ein dienstleistungsorientiertes Unternehmen mit großzügigen Öffnungszeiten: 50 Stunden pro Woche ist das Bürgerbüro für alle da. In diesen 100 Jahren wandelte sich der Bürger vom Untertan zum Kunden. Dieser Wandel schlägt sich auch im Leitgedanken und in der Einstellung des Rathausteams nieder: Nicht mit einem herausfordernden „Was wollen Sie?", wie zu Kaisers Zeiten, wird der Kunde begrüßt, sondern mit einem freundlichen „Wie kann ich Ihnen helfen?"
Geprägt wurde dieses Rathaus jedoch schon immer von den Menschen, die darin arbeiten. Elf Bürgermeister haben dort gewirkt, am längsten bisher Stefan Schuster. Sie alle haben sich um das frühere „Amt" bzw. um die heutige Verbandsgemeinde verdient gemacht. Es waren gute und schlechte Zeiten. Zwei Weltkriege haben in den ersten 50 Jahren des vergangenen Jahrhunderts unsere Stadt und die Gemeinden bitter getroffen. Not und Elend galt es durchzustehen. Damals sind die Menschen zusammengerückt, Nachbar­schaftshilfe wurde groß geschrieben. Seit über 50 Jahren haben wir Frieden.
Heute wie damals ist das Wirken der Vereine und das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger eine feste Säule der Gesellschaft. Doch auch Stadt und Verbandsgemeinde haben sich weiterentwickelt. Erst das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung schafft die Voraussetzung für verantwortliches Schalten und Walten. Dabei war und ist unser Rathaus der Mittelpunkt vieler Aktivitäten.
Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse in Betzdorf und seinen Ortsgemein­den haben einen tiefgreifenden Wandel hinter sich. War es vor über 100 Jahren die Eisenbahn, die Betzdorf zu einem wichtigen Verkehrskno­tenpunkt machte, so garantieren heute moderne Industriebetriebe und mittelständische Unterneh­men den Bürgern Wohlstand und Arbeit. Diese Prozesse hat das Rathaus stets begleitet und mit­gesteuert.
Es stellt sich nun die Frage, ob ein 100 Jahre altes Gebäude noch den Erfordernissen einer modernen Verwaltung gerecht werden kann. Ansprüche und Aufgaben haben sich verändert, und es über­rascht nicht, dass auch Rathäuser den Geist der Zeit widerspiegeln - innen wie außen. War das Gebäude für die Gründer Ausdruck von Bürger­stolz, gibt der Anfang der 60er Jahre fertiggestellte Anbau die Stimmung schlichter Funktionalität wieder, wie sie beim Wiederaufbau vorherrschte.
Haben sich die Erfordernisse und Ziele mit der Zeit auch gewandelt, so steht doch außer Zweifel, dass sich der Bürger in der Verbandsgemeinde mit seinem Rathaus identifiziert. Ich bin der Meinung, dass das Rathaus an Ort und Stelle erhalten bleiben muss. Doch erst ein funktionsgerechter Anbau in Verbindung mit dem historischen Gebäude kann den Notwendigkeiten einer modernen Verwaltung voll gerecht werden. Wir haben lange damit gewartet. Jetzt ist das Rathaus an der Reihe. Ich hoffe auf eine große Akzeptanz in der Bevölkerung für eine solche Maßnahme. Denn von einem Rathaus geht Leben aus, ein Rathaus ist Leben.

Informationen zum Buch:
66 Seiten mit Fotos in Farbe und Schwarz-Weiß
Autor:  Dr. Thomas A. Bartolosch
Das Buch erhalten Sie zum Preis von 10 Euro im Betzdorfer Bürgerbütro.

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