Niederschlagswasser

Niederschlagswasser

Niederschlagswasser sollte möglichst nicht in den Kanal eingeleitet werden. Doch welche anderen Möglichkeiten gibt es?

Berichte und Diskussionen in der Presse über die sinnvolle Beseitigung von Niederschlagswasser haben bei vielen Haus- und Grundstückseigentümern zur Verunsicherung geführt. Mit dieser Information möchten wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten der Niederschlagswasserbeseitigung erläutern.

Grundsätzlich sollte Regen- bzw. Niederschlagswasser aus der Kanalisation ferngehalten werden. Es sollte dem Grundwasserkreislauf wieder zugeführt werden, um den natürlichen Wasserhaushalt und die Grundwasserreserven zu erhalten. Ökologisch sinnvolle Ideen und ausgereifte technische Lösungen ermöglichen eine optimale Niederschlagswasserbeseitigung.

1. Versickerung von Niederschlagswasser
Die Versickerung des Niederschlagswassers auf dem Grundstück ist aus ökologischer Sicht sehr zu befürworten. Bei der Planung von Versickerungsanlagen müssen immer die geologischen Gegebenheiten (Hanglage, Durchlässigkeit und Beschaffenheit des Bodens) sowie das Nachbarschaftsrecht beachtet werden, um dann die technisch sinnvollste Lösung anzuwenden.

Folgende Möglichkeiten gibt es:

a) Flächenversickerung
Bei der Flächenversickerung wird das Niederschlagswasser breitflächig auf dem Grundstück zur Versickerung gebracht. Diese Art der Versickerung eignet sich besonders für unbefestigte oder durchlässig befestigte Oberflächen, wie z. B. durchlässige Pflasterungen, Mineralbeton, Betongittersysteme. Hierzu gehören auch unbelastete Hofflächen und große Freiflächen, wie Wiesen- und Gartengrundstücke. Eine wasserrechtliche Erlaubnis ist für die breitflächige Versickerung von Niederschlagswasser nicht notwendig.

b) Mulden-, Rigolen und Rohrversickerung
Bei diesen Arten der Versickerung wird das Niederschlagswasser zeitweise gespeichert und dann verzögert in den Untergrund abgegeben. Je nach Beschaffenheit des Bodens und den örtlichen Voraussetzungen ist eine Kombination von Mulden-, Rigolen- und Rohrversickerung möglich.
Bei der Muldenversickerung dient eine angelegte Mulde bzw. ein Seitengraben zur Aufnahme und anschließenden Abgabe des Niederschlagswassers an den Untergrund.

Unter Rigole versteht man einen mit Kies gefüllten Graben, der durchlässig ist und das Wasser weitertransportiert.

Die Rohrversickerung bietet ebenfalls ein Speichervermögen, wobei mit Hilfe eines durchlässigen Rohres das Niederschlagswasser verzögert in die unteren Erdschichten weitergeleitet wird.

c) Schachtversickerung
Das Niederschlagswasser wird in einem durchlässigen Schacht zwischengespeichert und verzögert in den Untergrund abgebeben. Die Verwendung von Versickerungsschächten bietet sich für Einfamilienhausgrundstücke bei enger Bebauung und anderen kleinen abflusswirksamen Flächen an.

Alte Hausklärgruben können ebenfalls als Auffangbecken für Niederschlagswasser wieder aktiviert werden. Das im Schacht zwischengespeicherte Wasser kann für die Gartenbewässerung genutzt werden.

Für die Rohr- und Schachtversickerung ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Sie wird vom Grundstückeigentümer über die Verbandsgemeindewerke Betzdorf-Gebhardshain bei der Kreisverwaltung Altenkirchen, als Untere Wasserbehörde beantragt.

2. Einleiten des Niederschlagswassers in ein Gewässer
Wird das Wasser von Straßen-, Hof- oder Dachflächen mittels Rohr in ein Gewässer eingeleitet, ist eine wasserrechtliche Erlaubnis notwendig. Diese Erlaubnis wird vom Grundstückeigentümer über die Verbandsgemeindewerke Betzdorf-Gebhardshain bei der Kreisverwaltung Altenkirchen, als Untere Wasserbehörde beantragt.

Die technische Ausführung einer Regen- und Niederschlagswasserversickerung ist immer abhängig von den örtlichen Voraussetzungen hinsichtlich der Lage und Größe des Grundstückes sowie den Boden-, Untergrund- und Grundwasserverhältnissen. Sowohl die Siedlungsdichte, als auch die anfallenden Wassermassen, können die Wahl der Versickerungstechnik beeinflussen. Schließlich ist zu beachten, dass durch den Bau und Betrieb der Versickerungsanlage die Belange Dritter, z. B. Nachbarn, nicht beeinträchtigt werden.

Neben dem Niederschlagswasser gibt es noch das Fremdwasser. Hierunter versteht man Grund-, Quell- und Sickerwasser. Diese Wässer dürfen nach den „Allgemeinen Entwässerungssatzungen" der Verbandsgemeinden Betzdorf und Gebhardshain grundsätzlich nicht in die Kanalisation eingeleitet werden. Auch hierbei kann eine der zuvor beschriebenen Lösungen Abhilfe schaffen.

Die Frage, welche Art einer Regenwasserversickerung angewandt werden sollte, ist in jedem Einzelfall genau zu prüfen. Wenn Sie noch weitere Fragen zum Thema Beseitigung von Niederschlagswasser und Fremdwasser haben rufen Sie uns doch an.

Die Mitarbeiter der

Verbandsgemeindewerke Betzdorf-Gebhardshain werden Sie ausführlich beraten.
Klaus Pommerenke
Rathaus Betzdorf
Hellerstraße 2
Telefon: 02741 291-511
E-Mail: klaus.pommerenke@vg-bg.de
Sascha Braune
Rathaus Betzdorf
Hellerstraße 2
Telefon: 02741 291-512
E-Mail: sascha.braune@vg-bg.de

 

Close