Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Verantwortungsvoller Umgang heißt nicht Wassersparen „auf Teufel komm raus“. Hierzulande leiden wir wahrlich nicht unter Wasserknappheit, doch ist ein sinnvoller Umgang zum Wohl der zukünftigen Generationen wünschenswert.

„Alles ist aus dem Wasser entsprungen! Alles wird durch das Wasser erhalten.“ (aus Goethes „Faust“)

Verantwortungsvoller Umgang mit unserem kostbaren Gut Wasser ist die Devise.

Die Wasservorräte der Erde sind nicht unerschöpflich. Zwar sind ¾ der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt,

  • doch davon sind 97 % Salzwasser.
  • Die restlichen 3 % sind überwiegend in Gletschern und den Polkappen gebunden,
  • hiervon wiederum die Hälfte befindet sich im ewigen Wasserkreislauf.

Deutschland ist auch im heißesten Sommer vor Wasserknappheit gefeit. Immerhin steht uns eine Menge von ca. 188 Milliarden m³ Wasser zur Verfügung. Die Gesamtentnahme beträgt ca. 33 Milliarden m³. Für Trinkwasser werden jedoch nur 5,1 Milliarden m³ (2,7 %) des jährlichen Wasserdargebotes dem Wasserkreislauf entnommen und nach Gebrauch wieder zugeführt.

Doch auch in Europa - vorwiegend in den südlichen Regionen, wo Erdboden und Flüsse gar nicht in der Lage sind, die bei Unwettern auftretenden Wassermassen aufzunehmen - vor allem aber in den vielen Wüstenregionen unserer Erde sieht dies ganz anders aus.

Sinnvoller Gebrauch des kostbaren Gutes Wasser heißt also nicht nur, seinem eigenen Geldbeutel „etwas Gutes tun“. Denn die Wassergewinnung und -aufbereitung kostet Geld, auch die Abwasserentsorgung gibt es nicht kostenlos.

In erster Linie geht es um verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebensmittel und Überlebensmittel Wasser. Hier stehen nicht nur wir – die Wasserversorger – mit zukunftsorientierten Investitionen in der Pflicht. Auch Sie als Trinkwassernutzer können durch einen überlegten Wassergebrauch Ihren Beitrag leisten.

Und das nicht allein für uns, sondern vor allem für die uns folgenden Generationen.

Im internationalen Vergleich liegen die U.S.A., Japan, Norwegen, Australien und Kanada mit einem täglichen Gebrauch pro Person von 255 bis 296 Liter an der Spitze. Der deutsche Durchschnittshaushalt gebraucht pro Tag und Person 122 Liter Trinkwasser; immerhin 18 % weniger als noch 1990.

Durch moderne Technik und umweltgerechtes Verbrauchsverhalten sind bis zu 30 % Einsparung ohne Komfortverlust möglich.

Prüfen Sie doch einfach mal Ihre Gewohnheiten. Nachfolgend einige Beispiele für bewusstes aber immer noch hygienisches Verhalten:

Spülmaschine oder Handspülen?
Geschirrspülmaschinen verbrauchen ca. 12 - 15 Liter Wasser pro Waschgang. Maschinenspülmittel und Regeniersalz sind aggressiver als Handspülmittel. Sie sind in den Kläranlagen schwieriger zu beseitigen als Handspülmittel und belasten daher die Gewässer. Auf die Zugabe von Regeneriersalz kann in der Regel bis Härtebereich "mittel" verzichtet werden – also auch bei uns, denn das Wasser liegt im Härtebereich "weich".
Allerdings bringt eine sinnvolle Beladung der Spülmaschine gegenüber dem Handspülen Wasser- und damit auch Abwasser- und ebenso Stromersparnis. Töpfe, Pfannen und Schüsseln verschwenden enormen Platz. Sie sollten diese deshalb per Hand spülen - aber bitte nicht unter laufendem Wasserhahn und auch nicht 3 x täglich!

Duschen oder Baden?
Duschen statt Baden spart jedes Mal bis zu 100 Liter Wasser. Doch trotz des höheren Wasserverbrauchs eines Vollbades sollten Sie sich vor allem im Winter die seelische und körperliche Wohltat eines mit entsprechenden Badezusätzen versehenen Vollbades durchaus hin und wieder gönnen. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

Wassersparende Installationen
sind in vielfältiger Weise möglich. Von Durchflussbegrenzern, Perlatoren, Sparbrausen, Thermostatarmaturen, berührungslosen elektronischen Armaturen bis hin zur Selbstschlussarmatur. Bitte beachten Sie, dass eine „DVGW“-Kennzeichnung angebracht ist.
Bei einer Warmwasserversorgung per Durchlauferhitzer oder drucklosen Wasserspeichern sind Durchflussbegrenzer jedoch nicht geeignet.
Vorsicht beim Küchenwasserhahn!
Besteht Ihre Hausinstallationen noch aus Blei, sollte gerade im Küchenbereich kein Stagnationswasser verwendet werden. Siehe „Blei im Trinkwasser
Was für ihre Wohnung in Frage kommt, kann am besten Ihr Installateur beurteilen.

Die WC-Stoptaste (Spartaste) reduziert den Verbrauch von 9 auf 3 - 4 l pro Spülvorgang.
Hier sollte man allerdings beachten, dass

  • Abwasserleitungen über ein Gefälle von mehr als 3 ° verfügen sollten
  • Abwasserinstallationen, die durch Wasserstein und Urinstein stark verengt sind, (überwiegend in Altbauten)

sich nicht eignen da ansonsten Verstopfungen drohen.

Waschmaschine
37 bis maximal 49 Liter Wasser verbrauchen neue Waschmaschinen bei einem 60 °C-Waschgang.
Sollten Sie noch ein altes Schätzchen besitzen: es verbraucht ca. 200 l Wasser und auch wesentlich mehr Strom als die derzeit handelsüblichen Maschinen.

Doch egal ob alte oder neue Maschine:
Ist es z. B. nötig, die grüne Bluse mal eben einzeln zu waschen, nur weil sie morgen auf dem Bekleidungsplan steht?
Nicht voll beladene Maschinen kosten unnötig Wasser, Waschmittel und Energie und damit Ihr Geld.

Ein tropfender Wasserhahn nervt. Außerdem wandern auf diese Art in einem Jahr bis zu 6.000 Liter Wasser ungenutzt in den Abfluss.

Vermeiden Sie lange Wege für das Warmwasser.
Wird Wasser weit entfernt von der Zapfstelle erwärmt und nur selten genutzt, kühlt es in der Leitung ab. Folge ist, dass bei Bedarf erst das kühle Wasser ablaufen muss. Gerade in der Küche bietet sich der Einbau eines zusätzlichen Wassererhitzers an.

Zähne putzen
Wer ein Zahnputzglas nutzt statt den Wasserhahn laufen zu lassen, kann in 3 Minuten über 20 Liter einsparen. Dies ergibt im Jahr immerhin ca. 14 m³.

All dies heißt aber nicht: Wasser sparen wo es irgendwie geht.

Sparsamer und verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser sollte nicht dazu führen, dass dieser mit „Chemie“ wettgemacht wird. Das ist für die Umwelt wesentlich nachteiliger und ganz sicher nicht preiswerter.

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