Vortrag zum Hauberg sowie Eisengewinnung im Siegerland und Westerwald

Vortrag zum Hauberg sowie Eisengewinnung im Siegerland und Westerwald

Zu dem Vortragsthema „Hauberg“ traf sich im Februar 2019 die Projekte-Gruppe „Deutsche Geschichte – Heimat und das Leben unserer Vorfahren“ der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ in der Dickendorfer Mühle. Der Hauberg ist eine für das Siegerland sowie für den Westerwald typische Form der genossenschaftlichen Waldbewirtschaftung. Heute gehört der Hauberg zum nationalen Kulturerbe. Er diente zur Gewinnung von Gerberlohe und Holzkohle für die regionale Eisenerzverarbeitung sowie zur Beschaffung von Brennholz. Er dient(e) aber auch zur forstwirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Nutzung. Vor etwa 2500 Jahren begannen die Kelten, den im Siegerland häufig vorkommenden Rohstoff Eisen zu verarbeiten. Mit Ihren Rennöfen begannen sie das Eisen zu schmelzen. Für 1 Kg Eisen benötigten sie etwa 10 kg Holz. Die damals vorherrschenden Buchenwälder der Region haben dies nicht überlebt. Ist die Buche einmal gefällt, schlägt sie nur schlecht wieder aus, bei Eiche und Birke klappt das besser. Die Eisenleute sorgten dafür, dass auch diese Bäume nicht besonders groß wurden und nach 600 Jahren waren Siegerland und Westerwald kahl. Wo keine Energie mehr ist, kann man auch nichts mehr schmelzen und die Kelten verließen unsere Heimat. Der Wald brauchte rund 800 Jahre, um sich von diesem Raubbau zu erholen. Nun kamen die Franken, um das Eisenerz abzubauen. Der Wald wurde wieder zur Energiegewinnung genutzt. Kurz bevor die Franken den Wald erneut vernichtet hatten, besannen sie sich eines Besseren. Die Menschen erfanden die Nachhaltigkeit, indem nur soviel aus der Natur entnommen wird, wie in der gleichen Zeit nachwächst. Wer diesen Grundsatz nicht beachtet, gefährdet künftige Generationen. Der Hauberg unserer Heimat hat die Form der nachhaltigen Bewirtschaftung. Der Niederwald, der überwiegend aus Eichen und Birken besteht, gehörte der Genossenschaft und wurde meist in 20 Parzellen geteilt. Pro Jahr durfte nur eine Parzelle zur Verkohlung genutzt werden. Die anderen Parzellen dienten der Gewinnung von Eichenlohe oder wurden als Acker für Buchweizen und Roggen genutzt oder als Weidefläche für die Kühe. Im 19. Jahrhundert hielt die Eisenbahn Einzug ins Siegerland und mit ihr die Steinkohle. Der Hauberg wurde nicht mehr zur Holzkohlegewinnung gebraucht. Bald kam auch der Erzbergbau wegen zu hoher Kosten zum Erliegen und der Wald konnte sich wieder erholen. Heute gibt es kaum noch Holzkohlenmeiler und das Holz der Heimat wird nur noch von wenigen zum Heizen genutzt. Die erste Haubergsordnung wurde 1563 von den Grafen zu Nassau erlassen. Die Grafen zu Sayn waren im Jahre 1565 für unsere Haubergsordnung verantwortlich. Die heutige Haubergsordnung ist eine preußische, sie wurde am 09.04.1890 für den Kreis Altenkirchen erlassen. Für Fragen und Auskünfte zur Projekte-Gruppe steht der Kümmerer Berthold Hammer unter der Telefonnummer 02747/1071 oder per E-Mail: berthold.hammer@hotmail.de gerne zur Verfügung.

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