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Europa zu Gast in Betzdorf: Erasmus Woche an der IGS Betzdorf-Kirchen

Europa zu Gast in Betzdorf: Erasmus-Woche an der IGS Betzdorf-Kirchen

Internationale Begegnungen, spannende Workshops und gemeinsame Entdeckungen: Vom 25. bis 31. Oktober 2026 begrüßte die IGS Betzdorf-Kirchen im Rahmen des europäischen Erasmus-Programms Schülerinnen und Schüler aus Kroatien und Zypern. Gemeinsam mit ihren deutschen Gastgebern erlebten die Jugendlichen eine abwechslungsreiche Woche, die ganz im Zeichen des interkulturellen Austauschs, der Naturwissenschaften und der Nachhaltigkeit stand. Auch ein Gespräch mit Bürgermeister Joachim Brenner gehörte zum Programm.

Zum Auftakt der Erasmus-Woche stellten die teilnehmenden Gruppen ihre Heimatländer, Schulen und Bildungssysteme vor. Bei einer anschließenden Rallye über das Schulgelände und verschiedenen Kennenlernspielen hatten die Jugendlichen Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Kontakte zu knüpfen. Dabei wurde schnell deutlich, dass gemeinsame Interessen und Neugier auch über Ländergrenzen hinweg verbinden.

Ein besonderer Schwerpunkt des Programms lag auf den Naturwissenschaften. Bei einem Astronomie-Workshop erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die schuleigene Sternwarte und beschäftigten sich mit der Beobachtung der Sonne. Mithilfe spezieller Aufnahmen und digitaler Bildbearbeitung konnten unter anderem Sonnenflecken und weitere Erscheinungen auf der Sonnenoberfläche sichtbar gemacht werden.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Am Dienstag führte eine Exkursion die internationale Gruppe nach Köln. In der dortigen Wasserschule beschäftigten sich die Jugendlichen in verschiedenen Workshops mit den Themen Wasser, Klimawandel und Umweltschutz. Sie untersuchten unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels auf Böden und Pflanzen, führten Experimente zum Treibhauseffekt durch und entwickelten eigene Ideen für den Klimaschutz. Auch der Hochwasserschutz spielte eine wichtige Rolle. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler selbst ausprobieren, wie eine mobile Hochwasserschutzbarriere aufgebaut wird.

Im Anschluss erkundeten die Jugendlichen bei einer Stadtführung die Domstadt. Neben dem Kölner Dom standen auch die Philharmonie und die Hohenzollernbrücke auf dem Programm. Dabei erfuhren die Teilnehmenden Wissenswertes über die Geschichte und die kulturellen Besonderheiten der Stadt.

Kreativität und regionale Geschichte erleben

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen praktischer Erfahrungen. Im Makerspace der IGS Betzdorf-Kirchen konnten die Jugendlichen ihre Kreativität und ihr technisches Geschick unter Beweis stellen. Gemeinsam entwickelten und gestalteten sie unter anderem kleine solarbetriebene Lampen, die mithilfe moderner Technik und 3D-Druck entstanden. Auch der Umgang mit einem Lasercutter wurde erprobt. Dabei fertigten die Teilnehmenden individuell gestaltete Tassen an.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Besucherbergwerks Grube Bindweide. Während einer rund anderthalbstündigen Führung tauchten die Jugendlichen in die Geschichte des regionalen Bergbaus ein. Bei einer Fahrt mit der Grubenbahn und einem Rundgang durch die ehemaligen Stollen erfuhren sie, unter welchen Bedingungen die Bergleute einst arbeiteten. Auch die Bedeutung der Grubenpferde und die Geschichte der heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute wurden thematisiert. Der Besuch vermittelte den internationalen Gästen einen besonderen Einblick in die industrielle Vergangenheit der Region.

Auf den Spuren der Natur und Geschichte in Bonn

Am Donnerstag führte das Programm nach Bonn. Im Museum Koenig beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Artenvielfalt, Evolution und den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt. Eine Führung verdeutlichte, wie sich Tiere an ihre Lebensräume anpassen und welche Bedeutung der Schutz der Biodiversität besitzt.

Bei einer anschließenden Stadtführung lernten die Jugendlichen auch die geschichtliche und kulturelle Seite Bonns kennen. Stationen waren unter anderem der Alte Zoll, das Alte Rathaus, das historische Knusperhäuschen sowie das Beethoven-Denkmal. Ein gemeinsamer Besuch einer Bonner Bäckerei rundete den Ausflug ab.

Im Gespräch mit Bürgermeister Joachim Brenner

Neben den zahlreichen Workshops und Exkursionen bot die Erasmus-Woche auch Gelegenheit, die kommunale Verwaltung und ihre Aufgaben näher kennenzulernen. Bürgermeister Joachim Brenner stellte den internationalen Gästen die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain vor und erläuterte, welche vielfältigen Aufgaben eine Verbandsgemeindeverwaltung im Alltag übernimmt.

Dabei ging er auch auf die geschichtliche Entwicklung Betzdorfs ein und verdeutlichte, wie sich die Stadt im Laufe der Jahrzehnte wirtschaftlich verändert hat. Insbesondere der Strukturwandel und die damit verbundenen Herausforderungen machten deutlich, wie eng die Entwicklung einer Kommune mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen verknüpft ist.

Im anschließenden Austausch nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, dem Bürgermeister zahlreiche Fragen zu stellen. Dabei interessierten sie sich unter anderem dafür, welche Aufgaben das Amt des Bürgermeisters mit sich bringt, welchen Herausforderungen man sich im kommunalen Alltag stellen muss und welche Themen für die Zukunft von besonderer Bedeutung sind.

Brenner zeigte sich erfreut über das Interesse der Jugendlichen und den gelungenen internationalen Austausch. Er betonte, wie wichtig es sei, die gemeinsame Zeit für neue Erfahrungen und Begegnungen zu nutzen, und freute sich darüber, dass die Teilnehmenden mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck die Heimreise antreten konnten.

Europa gemeinsam erleben

Für die Schülerinnen und Schüler aus Kroatien, Zypern und Deutschland bot die Begegnung die Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden und den europäischen Gedanken im Schulalltag ganz praktisch zu erleben. Gleichzeitig konnten die internationalen Gäste zahlreiche Eindrücke aus der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain und der umliegenden Region mit nach Hause nehmen.