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Foto: Neuanfang in Betzdorf: Die Christliche Bücherstube öffnet in der Wilhelmstraße 17 ihre Türen


Neuanfang zwischen Asche und Aufbruch: Christliche Bücherstube schreibt in Betzdorf ein neues Kapitel


Nach Monaten der Ungewissheit hat die Christliche Bücherstube in Betzdorf einen neuen Anfang gefunden. Mit der Eröffnung in der Wilhelmstraße 17 kehrt nicht nur ein vertrauter Ort zurück ins Stadtbild, sondern auch ein Stück gewachsener Stadtkultur, das vielen Menschen Halt, Gespräch und Orientierung bietet.

Rückhalt kam auch aus der Zentrale der Christlichen Bücherstuben GmbH in Dillenburg. Die beiden Geschäftsführer Thomas Kleine und Matthias Weber würdigten das Engagement der Ehrenamtlichen vor Ort und erinnerten an den besonderen Auftrag der Bücherstuben. Bundesweit gibt es 28 Filialen mit insgesamt 357 ehrenamtlich Mitarbeitenden. Die Bücherstube sei keine gewöhnliche Buchhandlung. Sie wolle Menschen gute Literatur zur Verfügung stellen, Räume für Begegnung schaffen und den Dialog suchen, gerade auch mit jenen, für die der Schritt in einen christlichen Buchladen eine Überwindung darstelle. In Betzdorf engagieren sich zehn Frauen und Männer ehrenamtlich, getragen von ihrem Glauben an Jesus Christus. Weber sprach bei der Eröffnung davon, den Laden sinnbildlich wie einen Phönix aus der Asche in Gottes Hände zu legen. Musikalisch wurde der Neubeginn mit Gesang begleitet. Vertreter der Stadt schlossen sich den guten Wünschen an. Stadtbeigeordneter Hans Werner Werder, der die Stadt Betzdorf bei der Eröffnung vertrat, wünschte der Bücherstube alles Gute für die Zukunft.

Für Bürgermeister Joachim Brenner war dieser Termin mehr als eine formale Eröffnung. Er erinnerte daran, wie eng die jüngste Geschichte der Bücherstube mit den Brandereignissen in der Stadt verknüpft ist. Während einer Sitzung in Gebhardshain erreichte ihn seinerzeit die Feuermeldung aus Betzdorf. Ein Brand mitten in der Stadt, die nahegelegene Stadtbücherei in Gefahr, Brenner schilderte, wie er gemeinsam mit der Feuerwehr durch die Brandruine ging und in Daaden mit den zuständigen Mitarbeitern der christlichen Bücherstube telefonierte, um Lösungen zu finden. Dass man heute in neuen Räumen stehe, sei damals kaum vorstellbar gewesen. Der Brand habe letztlich den Abschied von der alten Immobilie beschleunigt und damit einen Neuanfang erzwungen. Für diesen sprach Brenner seinen Dank aus, auch im Namen der Verbandsgemeinde. Die Leiterin der Bücherstube, Sabine Henrich, blickte auf ein Jahr zurück, in dem sich die Ereignisse überschlugen. Zunächst die Kündigung des bisherigen Ladenlokals, dann bauliche Mängel, schließlich der Brand in unmittelbarer Nachbarschaft. Zugleich wuchs im Team die Überzeugung, dass ein neues Domizil notwendig sei. Die Suche erwies sich als mühsam. Nach zahlreichen Besichtigungen folgten Zusagen und Absagen, Hoffnungen und Rückschläge. Am Morgen des 18. November fiel schließlich die Entscheidung für die neuen Räume, am Abend desselben Tages stand der alte Standort in Flammen. Zweifel seien da gewesen, räumte Henrich ein. Im Rückblick jedoch überwiege die Dankbarkeit. Gottes Wort kehre nicht leer zurück, sagte sie und verwies auf die Tageslosung aus dem Buch Jesaja. Gott sehe das Ganze und habe es am Ende gut gemacht.

Die Christliche Bücherstube blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1997 begann alles in der Decizer Straße, später folgte der Umzug in die Bahnhofstraße. Im kommenden Jahr steht das 30 jährige Bestehen an. Auch künftig sucht die Bücherstube Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen. Die Intention bleibt dabei unverändert. Menschen erreichen, Gespräche ermöglichen und Hoffnung weitergeben. In der Wilhelmstraße hat dieser Anspruch nun einen neuen Ort gefunden.